

Als Freeride Legende erst kürzlich beim Red Bull Supernatural auf dem Podest, daneben regelmässig Hammer Videoparts abliefern und noch den eifrigen Geschäftsmann spielen? Klar, die Rede ist von Nico Müller. Wir haben ihm ein paar Fragen über die Schweizer Szene, Style und sein Label Atreebutes, welches er mit Fredi Kalbermatten gemeinsam ins Leben gerufen hat, gestellt.
Nicolas, gehst du noch immer mit der gleichen Einstellung und Motivation auf den Berg wie früher? Was ist gleich geblieben und was hat sich in all den Jahren, in denen du nun schon snowboardest, verändert?
Bevor und nach dem Shredden hat sich einiges geändert. Wenn ich jedoch auf dem Weg nach oben bin, vergesse ich diese Dinge. Sobald meine Bindungen geschlossen sind, geht's nur noch darum, möglichst viel Spass zu haben. Dann sind für mich nur noch der Berg und der Schnee entscheidend.
Die Schweizer Freestyle Szene entwickelt sich konstant weiter. Wie würdest du sie in einem Satz beschreiben?
Die Schweizer Freestyle Szene ist vielseitig wie unser Käse und reichhaltig wie unsere Schokolade.
Dank dem Snowboarden bereist du viele Länder. Welche Unterschiede sind in der Szene im Vergleich mit den USA, Japan oder anderen Ländern zu beobachten?
Ich denke, bei uns gibt's sehr viele lokale Crews, da die Schweiz eine Vielzahl von Gebieten besitzt. Dazu kommt auch die dichte Besiedlung hierzulande. In den USA ist das Streeten am stärksten vertreten, weil sich viele Kids einfach nichts anderes leisten können. In Japan gibt's eine neue Generation von Ridern, die verschiedene Powderboards ausprobiert und und und. Generell ist die jüngere Generation eher park-, die ältere eher powderfixiert.
Du bist ein Fahrer mit einem eigenen, ausgeprägtem Style. Was ist Style für dich?
Style ist der persönliche Ausdruck. Er zeigt eine innere Haltung auf.
Kommen wir zu deinem Label, Atreebutes. Was hat dich und Fredi Kalbermatten dazu bewogen, ein Clothing label zu lancieren? Und weshalb Kleider?
Kleider machen Leute. Zumindest in unserer Zivilisation. Fredi und mir war schon früh bewusst, dass Snowboarden unsere Berufung ist. Im Après-(-Ski)Snowboarden wollten wir aber, wie auf dem Brett, unseren eigenen Style repräsentieren. So entstand Arcus und aus Arcus entstand Atreebutes. 12 Jahre später darf ich eine feine, wenn nicht die beste, Kollektion ankündigen.
Was stellt das Logo dar? Woher kommt der Fisch?
Der Fisch kommt aus dem Wasser und das Wasser ist sauber. Es liegt an uns allen, dass dies auch so bleibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hauptsächlich aus Wasser bestehen. Die Hand mit den two fingers down kann als «mit beiden Beinen auf dem Boden» betrachtet werden. Aber ehrlich gesagt, ist es offen für jegliche Darstellung oder Interpretation.
Ihr bezeichnet Atreebutes als «Alternative Project». Was ist darunter zu verstehen?
Vielleicht, dass wir nichts zu sein versuchen, was wir nicht sind. Oder, dass unser Projekt einen anderen Ansatz bietet. Und, dass dieser vielleicht nicht für alle Sinn macht.
Auf ökologische Materialien und Produktion legt ihr grossen Wert. Was macht ihr anders als sonstige Marken?
Unsere Kleider bestehen zwar vorerst nur aus organischer Baumwolle, dies ist jedoch bewusst so gewählt. Sobald sich für uns, mit unseren Möglichkeiten, die Chance ergeben sollte, mit mehr Liebe für Leben und Umwelt zu handeln, werden wir dies tun.
Ökologische Materialien und Produktion bedeuten in der Regel auch etwas höhere Kosten und somit Preise für den Kunden. Wer sind in euren Augen die Kunden von Atreebutes?
Unsere Kunden sind Persönlichkeiten, die sich mit dem was wir teilen identifizieren können. Schlussendlich geht's um das Gefühl – Geld im Grab bringt wenig.
Wie lautet deine Lebensphilosophie und was möchtest du unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Back to the Roots! Im Grunde genommen realisiert jeder irgendwann, dass all die Sachen, die Grossmutter macht oder gemacht hat, die besten sind. Ist die Phase, in der alles Hausgemachte scheisse ist, erst mal vorbei, begibt sich das wahre Selbst auf die Suche nach der Herkunft. Das ist wichtig, wenn man wissen will, wo man hingehen soll im Leben.
So, und jetzt noch zu den wirklich wichtigen Dingen...
Wäre ich nicht Snowboarder, dann wäre ich als...
...Schauspieler:
Bill Murray
...Tier:
Schimpanse
...Comikfigur:
He-Man
...Politiker:
Ghandi
...Auto:
Mercedes SLK
...Fabelwesen:
Samichlaus
Grazia Vitg!
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