Bei den gefühlten 7000 Red Bull Events könnte man leicht in Versuchung kommen, den Ösi-Ursprung der Marke bei Seite zu legen oder sogar zu vergessen. Damit dies nicht geschieht, fand vergangenes Weekend in Linz das Red Bull Wake of Steel statt. Bei angenehm hochsommerlichem Wetter fanden sich knapp fünftausend Leute um die Wakeboarder und die Atmosphäre im Hafen zu geniessen.
Das Set-Up war – wie man es sich von Red Bull schon fast gewohnt ist – etwas noch nie da gewesenes: Ein halbversunkenes Frachter Wrack wurde, mit diversen Obstacles bestückt und erschien so als die ultimative Wakespielwiese. Dies führte dazu, dass die sechzehn geladenen Rider eine ordentliche Scheibe Kreativität in die Runde werfen mussten. Mit dabei war unter anderem Daniel Grant – wohl besser bekannt als das Wunderkind aus Thailand – welcher erst kürzlich am O’Neill Wake the Line reüssierte, nebenbei mit dreizehn auch schon dreifacher Weltmeister ist und verständlicherweise auch der Shootingstar des Events war. Dazu kam der deutsche Dominik Gührs. Ein Bayer, welcher schon seit geraumer Zeit ein Teil der Wakeszene ist und sich 2011 zum WWA Cable Wakeboard Weltmeister krönen konnte. Schlussendlich sind der Lokalmatador Dominik Hernler, dieses Jahr EM Silber Medaille Gewinner und die Deutsche Nachwuchshoffnung Nico von Lerchenfeld noch speziell aus dem Fahrerfeld hervorzuheben.
Drei der Oben erwähnten erreichten dann erwatrungsgemäss das Superfinale, in welchem sich letztendlich Hernler und Grant einen Kampf auf höchstem Niveau lieferten. Grant legte mit einem fehlerfreien und superstylischen Run vor und setzte Hernler damit ordentlich unter Druck. Sein Backroll 360 und die ebenso stilvollen Railaction verzückten zwar das Publikum, brachten jedoch 0.67 Punkte zu wenig um «Turtle» den Sieg zu entreissen.
Die Premiere des Red Bull Wake of Steel sprühte also von Spannung, Stimmung und Enthusiasmus und wird wohl seinen verdienten Platz in der Wakeboardszene einnehmen. Persönlich wüsste ich noch gerne, wieso es vor unserer Haustür noch keine solchen Contests gibt? Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Ranking:
1. Daniel Grant (THA) 81,33
2. Dominik Hernler (AUT) 80,66
3. Fédéric von Osten (GER) 70,67
4. Dominik Gührs (GER) 70,33
5. Nico von Lerchenfeld (GER) 61,67 (hier sein Edit)