Er zieht sich nicht nur gut an — er macht auch gute Musik: Hinter dem Pseudonym «How To Dress Well» steckt der 26-jährige Tom Krell aus Brooklyn. Und der mischt die R'n'B-Welt von Köln derzeit tüchtig auf.
Krells musikalischer Werdegang hat früh begonnen: Während er schon als Kiddie eifrig R’n’B-Songs mitsingt, spielt er als Jugendlicher in rockigen Gitarrenbands mit. Davon hat der Teenie aber bald mal genug und für Musik eine Weile lang gar kein offenes Ohr mehr. Bis er schliesslich doch wieder mit dem Singen beginnt, sich eine Loop-Station ansschafft und fortan fleissig an eigenen Tracks rumschraubt. Im Mittelpunkt stehen dabei R'n'B-Beats und sein Falsettgesang, welcher ab und an schon mal an den Bon Iver-Sänger Justin Vernon erinnert. Bei den Songs von How To Dress Well gehts jedoch nicht etwa um Selbstdarstellung, sondern viel mehr um Sound-Design. Die Tracks veröffentlicht der Sänger und Produzent zunächst anonym über seinen Blog, bis er sich in Brooklyn ab und an auf kleinere Bühnen traut. Wegen seines Philosophie-Studiums verschlägt es ihn schliesslich nach Berlin und Köln, wo er einen musikalisch Gleichgesinnten findet.
Nach Jahren des Tüftelns schmeisst der Wahl-Kölner 2010 sein Debüt «Love Remains» auf den Markt — und wird unter anderem vom Zeit-Blog als «Wiederbeleber des R’n’B» betitelt. Im vergangenen Jahr folgte die EP «Just once».
Im Herbst gibts via Weird World/Domino endlich Krells zweite LP «Total Loss». Dafür hat er sich keinen geringeren als den Produzenten Rodaigh McDonald (The xx, King Krule) ins Boot geholt.